Damen I kämpfen sich durch ihren Heimspieltag

Der Heimspieltag der Damen I vergangenen Samstag schien schon von Anfang an unter keinem guten Stern zustehen. Zur Abwesenheit einer Mittelangreiferin, kamen zahlreiche verletzte Spielerinnen und auch die anrollende Grippewelle machte vor unserer Damenmannschaft keinen Halt.

So mussten sich acht Spielerinnen im ersten Spiel der vermeintlich schwächeren SG Schwarzbachtal stellen. Schnell wurde allerdings auch klar, dass die ungewohnte Aufstellung der Mannschaft viel Unruhe in das Spiel der VSG brachte. Plötzlich sah man sich um den ersten Satzsieg kämpfen und verlieren. Mit 26:24 schenkte man den Gegnerinnen diesen Satz und wusste selbst nicht so genau, wie das passiert war.

Im zweiten Satz wurde dann jedoch sehr schnell deutlich, womit die VSG Damen zu kämpfen hatten: Neben der neuen Aufstellung kam erschwerend dazu, dass sich das Schiedsgericht wohl zur Aufgabe gemacht hatte, mindestens Bundesliganiveau zu pfeifen und dementsprechend penibel pfiff. Leider konnte eben jenes, penibles Schiedsgericht, dieses selbstauferlegte hohe Niveau in keinster Weise halten. So kam es, dass sich Unmengen an Fehlentscheidungen ansammelten, die den Trainer als auch die Spielerinnen völlig aus dem Konzept brachten. Mit Mühe und Not gelang es der Mannschaft dennoch den zweiten und dritten Satz für sich zu entscheiden.

Im vierten Satz erreichte die explosive Stimmung in der Halle ihren Höhepunkt und die Nerven schienen bei Allen zum reisen gespannt. Während die Auswechselspielerinnen nicht mehr wussten, ob sie nun Lachen oder Heulen sollten, war dem Trainer jeglicher Spaß vergangen und die unerträgliche Zeit bis zum Satzball wurde immer länger. Als dann Carina Rambacher bei einem Spielstand von 26:25 die finale Angabe für die VSG Damen aufschlug, hielten gleichzeitig alle Spielerinnen als auch der Trainer die Luft an und man munkelt, dass einige Augen dabei geschlossen und Stoßgebete Richtung Himmel gesprochen wurden. Doch dann war es vorbei! Mit einem Angabenass beendete, die sonst so unsichere Aufschlagsspielerin, diese Horrorpartie und ihre tränenerfüllten Augen sprachen uns Allen aus der Seele. Mit 3:1 gewann man dieses Spiel für sich.

Ein Gutes hatte der Krimi jedoch: Das Adrenalin und die Missbilligung für das Schiedsgericht reichten unseren Spielerinnen bis ins nächste Spiel hinein. Man wollte dem Tabellenzweiten, dem SV Sinsheim 3, auf jeden Fall einiges heimzahlen. Unter höchsten Motivationsschüben aus den eigenen Reihen sorgte man recht schnell für schlechte Stimmung auf der gegnerischen Seite. Mit einem sehr guten Stellerspiel konnte man den eigenen Angriff sauber ausspielen und gewann den ersten Satz mit 25:21 für sich. Man muss jedoch eingestehen: der SV Sinsheim 3 steht nicht ganz unberechtigt an zweiter Stelle der Tabelle und konnte im zweiten und dritten Satz gegen die VSG punkten. Der vierte Satz war demnach ausschlaggebend, ob die VSG dem Gegner einen Punkt in der Tabelle abnehmen können wird. Und was soll man sagen: Selten hatte es eine Schiedsrichterin geschafft, so viel Unmut bei der VSG aufzubauen, dass einzig und allein diese Motivation ausreichte, die inzwischen müden und verletzen Körper unserer Spielerinnen am kämpfen zu halten. Zur großen Verärgerung der gegnerischen Trainerin schafften es ihre Spielerinnen bis zuletzt nicht, die Angreiferinnen der VSG zu blocken und so hatte vor allem Denise Schneider freie Bahn und schlug der SV Sinsheim so einige Bälle direkt auf die Füße.  Es folgten lange Ballwechsel, die an der Kraft beider Mannschaften zehrten. Doch die VSG schaffte es: Trotz Ermüdung und schmerzender Knie und Knöchel, freute man sich unbändig, als man diesen entscheidenden Satz mit 26:24 für sich gewann.

Doch nun wurde es im fünften Satz zum Kraftakt. Es waren bereits zwei volle Stunden vergangen und man kämpfte weiter um jeden Ball. Nach einem Rückstand konnte die VSG noch einmal aufholen. Dies fand jedoch ein rasches Ende als zur Verwunderung aller ein sehr fragwürdiger Technikfehler zum jähen Ende der Partie führte. Die Schiedsrichterin entschied für die Gegner und so gewann die SV Sinsheim 3 mit 15:11 auch den letzten Satz. Damit war das Spiel nach 2.30 Stunden vorbei.

Während die Damen I noch nicht genau wussten, ob sie über die grandiose Abwehraktion ihrer Mittelangreiferin Carolin Jahn oder über die Abgebrühtheit der Schiedsrichterin, einen solchen Ball als technischen Fehler abzupfeifen, verwunderter sein sollten, kam dem SV Sinsheim 3 die plötzliche Erkenntnis, dass sie gewonnen hatten. Ohrenbetäubend feierten sie ihren 3:2 Sieg gegen die VSG Damen.

Doch seien wir mal ehrlich: Abgesehen davon, wie fragwürdig es war, sich so übertrieben schrill über einen Sieg gegen den aktuell tabellensechsten zu freuen, hätte den Damen I der VSG nichts mehr am Allerwertesten vorbei gehen können. Sie hatten gezeigt, dass sie den Tabellenzweiten mit Leichtigkeit im Angriff, wortwörtlich in die Knie zwingen konnten und die griesgrämigen Gesichter ihrer Gegnerinnen und die wütenden Schreie deren Trainerin, waren die Anstrengung allemal wert.

So beendeten die Damen I ihren Heimspieltag mit einem Sieg und einer knappen Niederlage, die sich jedoch für die VSG gut wegstecken lässt.  Es geht ein großes Lob raus, an alle Spielerinnen der VSG, die sich so tapfer durch diese zwei anstrengenden Spiele gekämpft haben. Ein mindestens ebenso großes Lob geht an unseren Trainer, der an diesem Tag wohl nicht nur ein graues Haar dazu bekommen hat (auch wenn wir hier nur bedingt schuldig gemacht werden können) und nicht nur einmal Kontenance wahren musste. Ein großes Dankeschön auch an alle Zuschauer, die so mit uns mitfühlten und danach da waren, um uns aufzubauen.

Es spielten: Denise Schneider, Michelle Gellrich, Nongyao Kornelius, Carolin Jahn, Carina Rambacher, Alina Zimmermann, Nadja Rothweiler, Jessica Erdel, Carola Metz

 

 

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